Nach der Niederlage im Europa-League-Finale muss Abwehrspieler Matthias Ginter vom SC Freiburg die nächste Enttäuschung einstecken. Anders als gehofft bekam der Leistungsträger der Badener keine Einladung von Bundestrainer Julian Nagelsmann für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko.
«Das ist natürlich kein leichtes Gespräch», erklärte Nagelsmann. «Er hat sich sportlich nicht viel vorzuwerfen, ist ein Super-Typ. Wir hatten mehrere Feedback-Gespräche, und er hat sicher berechtigten Anspruch, dabei zu sein - wie zehn, zwölf andere auch.» Entscheidend sei unter anderem gewesen, dass Ginter fast drei Jahre nicht berufen wurde. «Du musst überlegen, welche Spieler passen zusammen, wie oft haben die schon zusammengespielt, wie viel würfelst du durcheinander», sagte Nagelsmann.
Unmittelbar nach dem 0:3 gegen Aston Villa hatte sich Ginter noch hoffnungsvoll geäußert. «Es ist logisch, dass ich jetzt so nicht gerne in Urlaub gehen würde, aber wie gesagt, schauen wir mal», sagte Ginter, der seit Wochen in Topform ist.
Sein Fokus habe bis jetzt auf dem Endspiel in Istanbul gelegen. «Ich weiß es tatsächlich selbst noch nicht. Selbst wenn ich es wüsste, würde ich es nicht verraten. Aber ja, lassen wir uns mal überraschen», sagte der 32-Jährige. Der 51-malige Nationalspieler gehörte im Europa-League-Endspiel zu den besseren Freiburgern, konnte die Gegentore als Abwehrchef aber auch nicht verhindern. Nagelsmann sah sich das Spiel vor Ort im Besiktas Park an.
Am Donnerstag benannte der Bundestrainer bei der offiziellen Kader-Bekanntgabe in Frankfurt sein Aufgebot für das Turnier. Anstelle von Ginter nominierte Nagelsmann für das Abwehrzentrum Jonathan Tah, Antonio Rüdiger, Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton sowie Malick Thiaw.
