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Fußball-Bundesliga

Frust und Ratlosigkeit bei Hoffenheim nach 5:0-Niederlage

Oliver Baumann spricht nach dem 0:5 in Leipzig offen über Frust und Ratlosigkeit. Wie Hoffenheim jetzt den Schalter umlegen will – und warum sogar die Nationalelf nicht trösten kann.
RB Leipzig - TSG 1899 Hoffenheim
Baumann versuchte vergeblich, seine Mitspieler zu motivieren. Die hohe Niederlage konnte er damit nicht verhindern.Foto: Julius Frick/dpa

Auch die Aussicht auf die Reise zu Nationaltrainer Julian Nagelsmann konnte bei Oliver Baumann die schlechte Laune nicht vertreiben. «Gar nichts» bringe ihm gerade die Berufung zur DFB-Auswahl und der geplante Doppeleinsatz in den WM-Tests in der Schweiz und gegen Ghana, konstatierte der Schlussmann am Sky-Mikrofon nach dem 0:5 seiner TSG Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga bei RB Leipzig.

Leise und doch voll gut vernehmbarem Frust monierte Deutschlands Nummer eins dann wenig später die Club-Defizite. «Die Nationalmannschaft tut immer gut, aber heute tut es erstmal so weh, dieses Spiel», sagte der 35-Jährige nach der Handvoll Tor-Ohrfeigen im Duell um einen Champions-League-Platz. Ein Leipzig-Trikot auf der Schulter blieb seine einzige Beute des Abends.

Er selbst wird die anstehende Analyse im Kraichgau verpassen, doch ohne Aufarbeitung kann es nicht weitergehen. «Es war schon so, also gefühlt, so eine Ratlosigkeit da», sagte Baumann. Sein Trainer brauchte auch ein wenig Abstand, pflichtete seinem Torwart nach den Gegentoren durch Brajan Gruda (17./44. Minute), Christoph Baumgartner (21./30.) und Benjamin Henrichs (78.) aber grundsätzlich bei.

Trainer braucht Schlaf vor Analyse

«Da werde ich zumindest noch eine Nacht brauchen, um das dann so zu filtern. Emotionen weglassen, sachlich nüchtern das Spiel dann nochmal vor Augen führen», sagte Christian Ilzer. 39 Gegentore sind der negative Spitzenwert unter den besten sechs Teams der Liga - da wird der Trainer ansetzen müssen. Auch für Baumann ist diese Bilanz ein Problem.

Nach nur einem Sieg aus fünf Spielen und dem Fünf-Tore-Schock hat die TSG den scheinbar sicheren dritten Tabellenplatz verloren. Auf Platz fünf ist die Qualifikation für die Königsklasse in Gefahr. «Wir sind die TSG Hoffenheim, wir schauen von Spiel zu Spiel», sagte Mittelfeldspieler Grischa Prömel mit jenem genervten Unterton, der den Kraichgauern in Leipzig kollektiv anhing.

RB Leipzig - TSG 1899 Hoffenheim
Oliver Baumann sitzt nach einem Gegentor in Leipzig enttäuscht auf dem Rasen.Foto: Julius Frick/dpa

Baumann hatte noch versucht voranzugehen, als er sich in der ersten Halbzeit angesichts von vier Gegentoren binnen 27 Minuten wie in einer Schießbude fühlen musste. Lautstark und gestenreich konfrontierte er seine Mitspieler, verfolgte sie fast bis zum Anstoß an der Mittellinie. Der erhoffte Aufwach-Effekt blieb aus.

«Das ist im Spiel immer schwierig, dann irgendwie: Ja, jetzt musst du einen Schalter umlegen oder so», sagte Baumann. Der Schalter blieb bei den Hoffenheimern auf Stand-by. Und vielleicht ist Baumann doch ganz froh, zu Julian Nagelsmann und zum DFB-Team zu reisen.

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