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Neujahrsempfang der Stadt Hockenheim 2026

Am 9. Januar 2026 fand in der Stadthalle Hockenheim der traditionelle Neujahrsempfang statt.
Prominenz
Am Freitag, 9. Januar 2026 fand in der Stadthalle Hockenheim der Neujahrsempfang statt. OB Marcus Zeitler (3.v.r.) und Bürgermeister Matthias Beck (1.v..) mit ihren Lebensgefährtin beim NeujahrsempfangFoto: GK

Am 9. Januar 2026 fand in der Stadthalle Hockenheim der traditionelle Neujahrsempfang statt. Schon vor dem offiziellen Beginn nutzten zahlreiche Vereine, Initiativen und Organisationen die Möglichkeit, sich im Foyer zu präsentieren.

An Informationsständen und kleinen Ausstellungen konnten sich die Besucherinnen und Besucher über das Angebot vor Ort informieren, Kontakte knüpfen und ins Gespräch kommen. Das eigentliche Programm im Saal war inhaltlich dicht und zugleich unterhaltsam gestaltet. Es bot eine Fülle an Informationen zu aktuellen Themen, verbunden mit abwechslungsreichen Darbietungen, sodass für jeden etwas dabei war. Insgesamt hinterließ die Veranstaltung einen sehr kurzweiligen und gelungenen Eindruck, der den Gästen noch lange in positiver Erinnerung bleiben dürfte. Für musikalische Stimmung sorgte die Hockenheimer Band „RIVIVED“. Die 2022 gegründete Coverband begeisterte das Publikum gleich zu Beginn und füllte auch die Pausen zwischen den einzelnen Programmpunkten mit energiegeladenem Rocksound. Durch ihre mitreißenden Auftritte hat sich die Gruppe in kurzer Zeit zu einem gefragten Showact im Rhein‑Neckar‑Kreis entwickelt und trug wesentlich zur lebendigen Atmosphäre des Abends bei.

Erfolgsmodell und Sorgenkind

Die offiziellen Begrüßungsworte übernahm Bürgermeister Matthias Beck, der die Ehrengäste willkommen hieß und den Auftakt der Veranstaltung markierte. Nach einem musikalischen Intermezzo folgte Oberbürgermeister Marcus Zeitler mit der traditionellen Neujahrsansprache, in der er Rückschau auf das vergangene Jahr hielt und Ausblicke sowie Wünsche für das kommende Jahr formulierte. Der Oberbürgermeister berichtete einerseits von dem erfolgreichen Hockenheimring und andererseits von dem weiterhin schwierigen Betrieb des Aquadroms. Den Hockenheimring bezeichnete er als ein Erfolgsmodell: Die Anlage schreibt inzwischen seit fünf Jahren schwarze Zahlen, die Stadt habe erst vor kurzem eine Zahlung in Höhe von acht Millionen Euro erhalten, und zudem seien die Verträge für weitere zehn Jahre „Glücksgefühle“ soeben unterzeichnet worden. Demgegenüber bleibe das Aquadrom das Sorgenkind der Kommune, so Marcus Zeitler. Aktuell liege das Defizit bei rund 4,1 Millionen Euro pro Jahr; das entspreche einem täglichen Minus von etwa 12.500 bis 13.000 Euro. Er wies außerdem darauf hin, dass 75 Prozent der Badegäste Nicht-Hockenheimer seien. „Wir werden im nächsten Jahr an diesem Thema arbeiten müssen“, sagte der Oberbürgermeister und machte damit deutlich, dass Lösungen gefunden werden müssen, um die Verluste zu reduzieren und die künftige Ausrichtung des Aquadroms zu überprüfen.

Erledigte Projekte

In seinem Rückblick wies Marcus Zeitler auch ausdrücklich auf zwei im Jahr 2025 fertiggestellte Vorhaben hin: den Neubau bzw. die Modernisierung des städtischen Bauhofs sowie die Erweiterung der kommunalen Kläranlage. Für die Modernisierung des Bauhofs hat die Stadt rund 7,5 Millionen Euro aufgewendet; dadurch wurden nicht nur Gebäude und Technik erneuert, sondern auch die Arbeitsbedingungen für das Personal verbessert und die logistischen Abläufe vor Ort optimiert. Zusätzlich wurden in der Kläranlage Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung umgesetzt: Der Bau eines weiteren Regenrückhaltebeckens verursachte Kosten von etwa 3 Millionen Euro und erhöht nun die Kapazität zur Pufferung von Starkregen, was den Hochwasserschutz und die Entlastung der Abwasseranlagen stärkt. Schließlich erwähnte Zeitler auch den neu gestalteten „Hoggema Treff“, in dem jetzt ein Versammlungsraum zur Verfügung steht, der insbesondere den Agenda-Gruppen als Treffpunkt dient und Raum für kulturelle Angebote, Veranstaltungen und bürgerschaftliches Engagement bietet. Insgesamt unterstrich er damit, wie die Investitionen sowohl die technische Infrastruktur als auch das gemeinschaftliche Leben vor Ort fördern.

Offene Projekte

Mit dem Gebiet Mörscher Weg und der Thematik “Bahntrasse” sprach Zeitler zwei Themen an, bei denen die zuständigen Behörden trotz rechtskräftiger Beschlüsse untätig blieben. Für das Gebiet Mörscher Weg gibt es seit 2011 einen Bebauungsplan, der aus Gründen des Artenschutzes noch nicht realisiert wurde. “Wir haben uns bewegt, jetzt erwarte ich, dass sich die Behörden in Stuttgart und Karlsruhe bewegen,” so die Forderung des OB. Das zweite Ärgernis betrifft die Bahntrasse und die DB, die die Schallschutzgarantie aus dem Jahr 1981 immer noch nicht eingelöst hat.

Ausblick

Im Ausblick auf das Jahr 2026 ging Oberbürgermeister Zeitler ausführlich auf die geplanten Baumaßnahmen und Investitionen ein. Die Sanierung der Theodor‑Heuss‑Realschule, die aktuell mehr als 800 Schülerinnen und Schülern Platz bietet, steht dabei im Mittelpunkt: vorgesehen sind Investitionen in Höhe von rund 7 bis 9 Millionen Euro bei einer geschätzten Bauzeit von sechs bis acht Jahren. Neben der Realschule ist auch der Neubau des Parkkindergartens geplant; hierfür sind Mittel in Höhe von 10,91 Millionen Euro vorgesehen. Darüber hinaus soll die Kaiserstraße umfassend saniert werden und die Verwaltung im Rathaus weiter digitalisiert werden, um Abläufe zu modernisieren. Zum Stand der Verhandlungen mit der Deutschen Bahn bezog der OB klar Stellung: Der Verwaltungsgerichtshof hatte 2021 festgestellt, dass die Schallschutzgarantie aus dem Jahr 1981 weiterhin Gültigkeit besitzt. Die Stadt Hockenheim zeigt laut Zeitler kein Entgegenkommen, solange die damals gegebenen Zusagen nicht erfüllt sind. Schließlich machte er deutlich, dass die finanzielle Lage und die Entwicklung beim Aquadrom eine verbindliche Entscheidung im Laufe des Jahres 2026 erforderlich machen.

Im Anschluss an die Tanzdarbietung der Showformation „Leuchtschrift“ von der Tanzschule Feil, der anschließenden Ehrung für bürgerschaftliches Engagement, hier wurden die Hospizbegleiter des ambulanten Pflegedienstes geehrt, und einen weiteren Live-Auftritt von „REVIVED“ fand der Neujahrsempfang seinen Ausklang. Viele Gäste blieben noch vor Ort, nutzten die Gelegenheit für angeregte Gespräche, tauschten Wünsche und Eindrücke aus und knüpften neue Kontakte, sodass die Veranstaltung in einer warmen, kommunikativen Atmosphäre endete.

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
12.01.2026
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