
Zunächst sah es nicht so aus, als würde Albin Braig die Theatertradition seines Vaters Otto fortführen. Doch nicht nur die populären Theaterstücke in der „Komede-Scheuer“ sondern vor allem seine Rolle als knitzer Amtsbote in „Hannes und der Bürgermeister“ sorgten für eine Wendung. Bis 2023 der Tod seines Bühnenpartners Karlheinz Hartmann für eine traurige Zäsur sorgte, spielten die beiden Freunde über Jahrzehnte fast täglich miteinander Theater.
Der SWR würdigt den fleißigen Schaffer Albin Braig anlässlich seines 75. Geburtstags mit einer einstündigen Dokumentation. Das Porträt gibt einen sehr persönlichen Einblick in das Leben und Wirken des schwäbischen Ausnahmekünstlers und kreativen Motors der Mäulesmühle, der trotz Auszeichnungen und höchster Verehrung seiner Landsleute bodenständig geblieben ist. „Making of“-Aufnahmen, viele SWR-Archivschätze mit seinen Auftritten und exklusive, für diesen Film entstandene Aufnahmen ermöglichen einen unterhaltsamen Blick „hinter die Kulissen“.
SWR: Herr Braig, wenn Sie auf Ihre berufliche Karriere zurückblicken, was kommt Ihnen in den Sinn?
Albin Braig: Dankbarkeit. Ich konnte auf der Bühne nicht nur das spielen, was meinen Mitspielern und mir Spaß, sondern dem Publikum auch Freude macht. Dieses Zusammenwirken auf der Bühne und mit dem Publikum hat den Erfolg möglich gemacht.
SWR: Sie haben viele Rollen gespielt, unter anderem im „Tatort“ oder „Der Eugen“, waren Lockvogel in „Verstehen Sie Spaß“ – das Publikum schätzt Sie vor allem als „Hannes“. Warum?
Braig: Hannes hat eine reine Seele und ist unerschrocken. Er spricht gegenüber der Obrigkeit aus, was sich viele niemals trauen würden. Nach dem Motto „kleiner Mann ganz groß“ ist er ein Held und auch ein Vorbild.
SWR: In „Hannes und der Bürgermeister“ geht es um kommunale Themen und Amtsträger. Wie ist Ihr privates Verhältnis zu Bürgermeistern?
Braig: Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die unser Land am Laufen halten. Dazu zählen natürlich auch die Bürgermeister, die sich tagtäglich für unser Wohl einsetzen.
SWR: Dem Satz „Ich höre mich nicht nein sagen“ folgte in den Sketchen in aller Regel ein Schnäpsle. War wirklich Alkohol in der Flasche?
Braig: Ja, aber nur ein paar Tropfen für den Geschmack. Wir sind nach unseren Auftritten in aller Regel mit dem Auto wieder nach Hause gefahren und wollten unfallfrei ankommen.
SWR: Stimmt es, dass Sie gar nicht begeistert waren, dass „Hannes und der Bürgermeister“ ins Fernsehen kommen sollte?
Braig: Ich konnte mir zunächst nicht vorstellen, dass das Duo, das mein Vater ursprünglich für einen Sketch ersonnen hat, zu einer Serie ausbauen kann. Es sind ja nur zwei Personen in einem kargen Amtszimmer, die sich unterhalten … Der SWR hat es uns zugetraut und wir haben es gewagt. Dabei hat sich gezeigt, dass gegenseitiges Vertrauen der erste Grundstein für eine lange Beziehung ist.
SWR: Der SWR ehrt sie nun mit einem Porträt. Was darf das Publikum erwarten?
Braig: Antworten auf viele Fragen, die mir immer wieder gestellt wurden. Zum Beispiel, wie ich aktuell meine Zeit verbringe. Es gibt ein Wiedersehen mit vielen Menschen, die ich sehr schätze. Und Hannes wird auch erstmals seit dem Ende von „Hannes und der Bürgermeister“ wieder auftauchen.
13. März 2026
18:15 Uhr „Landesschau Baden-Württemberg“ mit Albin Braig
14. März 2026
20:15 Uhr „Hannes und der Bürgermeister“ in „s’Fernseh kommt“
21:45 Uhr „Albin Braig – Amtsbote „Hannes“ privat
Und nach der Ausstrahlung in der ARD Mediathek.