
Dass in jedem renommierten Schwetzinger Haushalt mindestens ein Bild vom Künstler Heinz Friedrich hängen soll, ist im Volksmund der Spargelstadt längst bekannt.
Der Künstler, der am 19. Februar seinen 102. Geburtstag feiern würde, verstarb im Jahr 2018. Im Jahr 2024 fand eine Feier zu seinem 100. Geburtstag im Palais Hirsch mit einer Vernissage und einer Sonderausstellung statt, die der Freundeskreis organisierte.
Freundeskreis ist hier auch wörtlich zu nehmen, handelt es sich um zahlreiche engagierte Freunde zu Lebzeiten des Künstlers. Berühmt waren in Schwetzingen die Treffen dieser Freunde im Blauen Loch, wo zusammen mit Friedrich über Kommunalpolitik, Kunst oder aber über Musik, insbesondere dem Jazz in der Region diskutiert wurde.
Friedrich prägte seinen eigenen Stil und blieb in dem Trubel der Abstraktionen immer zeitlos. Seine Motive ziehen den Betrachter in ihren Bann, nicht zuletzt wegen der vielen Details – vor allem in den Porträts. Der Maler blieb immer am Zahn der Zeit und wandte sich vor einigen Jahrzehnten in den 60er Jahren dem Holzschnitt zu – auch die Skulptur des „Bockspringers“ ist Zeichen, wie flexibel der Künstler arbeitete. Ein nahm über die Jahrzehnte auch zahlreiche Auftragsarbeiten an; nicht zuletzt die zum 100. Geburtstag 2024 wiederentdeckte Wandmalerei zur Korkernte in Portugal, die als Auftrag für das Dienstgebäude eines Mannheimer Korkherstellers angefertigt wurde. Friedrich ist ein Meister der Bildkomposition und in seinen Werken erkennt der Betrachter immer einen ganz eigenen Stil.
Heinz Friedrich bleibt auch nach seinem Tod in Schwetzingen präsent – sein Freundeskreis trifft sich immer noch, um die Erinnerung an ihn lebendig zu halten. Die zahlreichen Kunstwerke im öffentlichen Raum sorgen ebenso für ein stetes Erinnern an einen großartigen Künstler. (ral)