
Eine Hürde im Stadtgebiet ist Geschichte: „Ein Stück mehr Barrierefreiheit in unserer Stadt“, sagte Oberbürgermeister Matthias Steffan bei der Einweihung am Mittwochabend. Fast termingerecht sei das Projekt abgeschlossen worden – und damit eine Stelle entschärft, die für viele Menschen bislang kaum passierbar war.
Wo früher lediglich eine Treppe mit schmaler Fahrradrinne den Höhenunterschied überwand, gibt es nun eine flach ansteigende Rampe. Die alte Lösung war für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, für Rollstuhlfahrer, Nutzer von Rollatoren oder Eltern mit Kinderwagen nur schwer oder gar nicht zu bewältigen. Parallel zur neuen Rampe wurde die bestehende Treppe erneuert und mit taktilen Leitelementen ausgestattet, die sehbehinderten Menschen Orientierung und Sicherheit geben.
Die Verbindung ist nicht nur ein technisches Bauwerk, sondern ein wichtiges Bindeglied im Alltag vieler Bürgerinnen und Bürger. Direkt gegenüber dem Wohngebiet „Kleines Feld“ liegen eine Bushaltestelle, Einkaufsmöglichkeiten und der Friedhof – Ziele, die nun deutlich leichter erreichbar sind.
Zur Einweihung kamen Vertreter aus Verwaltung, Politik und Planung ebenso wie interessierte Anwohner. Neben Oberbürgermeister Steffan war auch die Erste Bürgermeisterin Lisa Schlüter vor Ort, die als Dezernentin unter anderem für das Bauamt und die Stadtentwicklung verantwortlich ist. Mehrere Mitglieder des Gemeinderats begleiteten das Projekt ebenfalls.
„Ich wollte es noch erleben“, sagte die Anwohnerin, Seniorin Hilde Schulle vom „Kleinen Feld“ mit einem Lächeln. Tatsächlich zog sich der Weg von der ersten Idee bis zur Fertigstellung über mehrere Jahre. Den Anstoß gaben die Freien Wähler bei einem Bürgertreff. Baubeginn war schließlich im Oktober 2025. Zuvor musste die Stadt noch das benötigte Gelände erwerben. „Das hat Zeit gekostet“, räumte Steffan ein. Umso größer sei nun die Freude über den Abschluss: „Wir haben es geschafft.“ Sein Dank galt dem Gemeinderat für die Unterstützung.
Ganz ohne Verzögerungen lief es dennoch nicht. Bauleiter Tobias Zabel von der ausführenden Firma Sax und Klee nannte anhaltenden Regen, Frostperioden und ein unerwartet entdecktes Kabel als Gründe für die leichte Verschiebung im Zeitplan. Projektleiter Sven Barnasch vom Planungsbüro Eiling lobte die Zusammenarbeit auf der Baustelle: „Da wurde sehr gute Arbeit geleistet.“
Wie wichtig das Ergebnis ist, zeigte sich direkt vor Ort. Martin Köhl, kommunaler Behindertenbeauftragter, testete die Rampe im Rollstuhl – mit positivem Fazit. „Barrierefreiheit bedeutet, ohne besondere Erschwernis an der Gesellschaft teilnehmen zu können“, betonte er. Dem schloss sich Jens Rückert vom ehrenamtlichen Inklusionsbeirat an: Die neue Verbindung sei ein „riesiger Zugewinn“. So ist die Rampe mehr als Beton und Asphalt. Sie steht sinnbildlich für eine Stadt, die Schritt für Schritt Barrieren abbaut und damit Wege öffnet, die für alle selbstverständlich sein sollten.